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    "title": "Schmerzlinderung mit medizinischem Cannabis bleibt umstritten: Die Risiken sind erheblich gr\u00f6\u00dfer als die therapeutische Wirkung",
    "modified_at": "2019-06-14 10:00:15",
    "published_at": "2019-06-14 10:00:00",
    "url": "https://fama-relations.prezly.com/schmerzlinderung-mit-medizinischem-cannabis-bleibt-umstritten-die-risiken-sind-erheblich-grosser-als-die-therapeutische-wirkung",
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    "language": "DE",
    "subtitle": "Belgische Fach\u00e4rzte f\u00fcr Schmerztherapie warnen vor einer allzu raschen gesellschaftlichen Akzeptanz des Einsatzes von Cannabinoiden.",
    "slug": "schmerzlinderung-mit-medizinischem-cannabis-bleibt-umstritten-die-risiken-sind-erheblich-grosser-als-die-therapeutische-wirkung",
    "body": "<p><strong>Die Belgische Schmerzgesellschaft (BPS), die Fl&auml;mische An&auml;sthesiologische Vereinigung f&uuml;r Schmerzbehandlung (VAVP) sowie die Vereinigung &bdquo;Groupe R&eacute;gional Interdisciplinaire Douleur&ldquo; (GRID) warnen gemeinsam vor der Verwendung von medizinischem Cannabis zur Behandlung von Schmerzen. Sie stimmen darin &uuml;berein, dass es unzureichende wissenschaftliche Beweise f&uuml;r die Wirksamkeit von Cannabinoiden gibt und weisen auf die Risiken wie Sucht, Psychose und das erh&ouml;hte Risiko f&uuml;r Depressionen und Selbstmord bei jungen Erwachsenen hin. </strong><strong>Die Organisationen zeigen ausserdem auf, dass bei der begrenzten Wirksamkeit von medizinischem Cannabis die M&ouml;glichkeit &nbsp;langfristiger Auswirkungen au&szlig;er Acht gelassen wird. &nbsp;Aus diesem Grund besteht laut den Verb&auml;nden f&uuml;r Schmerztherapie ein dringender Bedarf an zus&auml;tzlicher Forschung, bevor &Auml;rzte medizinisches Cannabis verschreiben k&ouml;nnen. Auch die breite &Ouml;ffentlichkeit muss besser informiert werden.</strong></p>\n<p>Die Verb&auml;nde f&uuml;r Schmerztherapie warnen vor voreiligen Berichten in verschiedenen Medien &uuml;ber den m&ouml;glichen Erfolg dieser Medikamente. Hierbei werden die gro&szlig;en Risiken, die mit diesen Therapien einhergehen, oft ignoriert. Auf diese Weise erh&auml;lt die breite &Ouml;ffentlichkeit einen falschen Eindruck von Cannabinoiden.</p>\n<p><em>&bdquo;Medizinisches Cannabis ist noch kein Allheilmittel gegen Schmerzen. Obwohl in den Medien oft das Gegenteil behauptet wird, gibt es daf&uuml;r keinrlei &nbsp;ausreichende wissenschaftliche Grundlage &quot;, </em>so Dr. Van Boxem, Vorsitzender der VAVP.</p>\n<p><strong>Beschreiten Sie nicht den Weg der Opioide</strong><br />In ihrer Warnung, mit Cannabinoiden &auml;u&szlig;erst vorsichtig umzugehen, verweisen die Verb&auml;nde f&uuml;r Schmerztherapie auf die negativen Erfahrungen mit Opioiden. Dies sind schmerzstillende Substanzen wie Morphin, die h&auml;ufig zur Schmerzlinderung eingesetzt werden. Das Nationale Institut f&uuml;r die Kranken- und Invalidit&auml;tsversicherung (INAMI) hat in einer k&uuml;rzlich ver&ouml;ffentlichten Pressemitteilung auf die Wichtigkeit hingewiesen, die Verschreibung von Opioiden bei Nicht-Krebspatienten so weit wie m&ouml;glich zu vermeiden, die Behandlung so kurz wie m&ouml;glich und mit der niedrigstm&ouml;glichen Dosierung durchzuf&uuml;hren und alle Patienten umfassend &uuml;ber die Suchtrisiken und Nebenwirkungen zu informieren. Die INAMI fordert ebenfalls weitere wissenschaftliche Untersuchungen.</p>\n<p>&bdquo;<em>Wir wollen verhindern, dass wir mit dem medizinischen Cannabis in derselben Sackgasse landen wie mit den Opioiden. Heute sind in den Vereinigten Staaten mindestens 2,5 Millionen Menschen von Opioiden abh&auml;ngig und mehr Menschen sterben an Opioiden als Heroin. In den letzten 20 Jahren sind mehr als 400.000 Todesf&auml;lle ducrh Opioidkonsum aufgetreten. Bekannte Opfer des &uuml;berm&auml;&szlig;igen Opioidkonsums sind Superstars wie Prince, George Michael und Michael Jackson. Um solche Situationen mit Cannabinoiden zu vermeiden, sind kritische Zur&uuml;ckhaltung, korrekte Informationen und mehr Forschung unerl&auml;sslich.&quot; </em>Dr. Leroy, Pr&auml;sident des GRID.</p>\n<p><strong>Ein Gesetzentwurf ist kein Freischein</strong><br />Anfang dieses Jahres wurde das Gesetz verabschiedet, das die Herstellung von Cannabis f&uuml;r medizinische Zwecke legalisiert. Das einzige zugelassene Medikament auf Cannabisbasis (Sativex&reg;) darf jedoch nur von einem Neurologen bei therapieresistenter Spastik im Zusammenhang mit Multipler Sklerose verschrieben werden. Diesbez&uuml;glich gibt &uuml;brigens das belgische Zentrum f&uuml;r pharmakotherapeutische Informationen (BCFI) an, dass nur eine begrenzte Anzahl von Patienten mit dieser Indikation eine klinisch signifikante Verbesserung aufweist, ihre Wirksamkeit begrenzt ist und die langfristigen Auswirkungen unbekannt sind.</p>\n<p><em>&quot;Es ist eine falsche Auffassung entstanden, dass Cannabis auch gegen chronische Schmerzen wirken w&uuml;rde. Es gibt jedoch derzeit viel zu wenig Beweise daf&uuml;r, dass medizinisches Cannabis bei der Behandlung chronischer Schmerzen wirksam ist.&ldquo;&nbsp; </em>Dies wird durch eine Metaanalyse<sup>* </sup>von fast 50 Studien zur Wirksamkeit von Cannabis-Derivaten gegen Schmerzen belegt, bei denen fast 10.000 Patienten getestet wurden.</p>\n<p><em>&bdquo;Bisherige Studien unterstreichen also die eingeschr&auml;nkte Wirkung von Cannabinoiden auf Schmerzen. Das Fehlen einer wissenschaftlichen Untermauerung der Wirkung in Bezug auf die Risiken ist unseres Erachtens ein ausreichender Grund, bei der &nbsp;Verwendung von medizinischem Cannabis&nbsp; &auml;u&szlig;erste Vorsicht walten zu lassen und die Bev&ouml;lkerung hier&uuml;ber korrekt zu informieren.&ldquo; </em>Van Boxem, Vorsitzender der VAVP.</p>\n<p>&nbsp;</p>\n<p><em><sup>* </sup>Publikation Stockings et al. in &#39;Pain&#39; - Oktober 2018: Systematische &Uuml;bersicht und Netzwerk-Metaanalyse kontrollierter und beobachtender Studien zu Cannabis und Cannabis-Derivaten zur Behandlung chronischer, nicht krebsbedingter Schmerzen: &bdquo;Der Beweis f&uuml;r die Wirksamkeit von Cannabinoiden bei der Behandlung von chronischen nicht krebsbedingten Schmerzen ist sehr begrenzt.&ldquo;,&nbsp; &quot;Wir wollen nicht, dass eine Cannabis-Epidemie die von Opioiden ersetzt.&quot;</em></p>",
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